So starten Sie erfolgreich bei der CTT: 10 Tipps von Schirmherrin Kathrin Lang

Zwei Weltcup Siege in Einzelrennen, sechs in Staffelrennen, zwei EM-Titel, vier Siege bei Deutschen Meisterschaften und unzählige Podiumsplatzierungen: Über zehn Jahre lang war Biathletin Kathrin Lang auf höchstem sportlichen Niveau unterwegs. Auch heute noch, nach ihrer Leistungssport-Karriere, liebt sie das Skilanglaufen. Für die Starter der Chiemgau Team Trophy und die, die es noch werden wollen, hat sie deshalb zehn Tipps zusammengestellt.

Wie trainiert man für ein Ausdauersport Event wie die CTT am besten?

Das schöne an der CTT ist, dass sie ganz individuell gestaltet werden kann. Wer lediglich eine kürzere Strecke, beispielsweise von Inzell nach Ruhpolding laufen möchte, (15km) kann anschließend mit dem Bus bis ins Ziel fahren und hat trotzdem ein tolles Erfolgserlebnis. Das bedeutet, dass auch diejenigen Langlaufliebhaber, die nicht all zu viele Schneekilometer sammeln können, ihr Ziel erreichen!
Trotzdem rate ich jedem, vor dem Event einmal Langlaufen zu gehen, um ein Gefühl für das Material zu bekommen. Wer nicht die Möglichkeit hat, mehrere Schneekilometer zu sammeln, sollte vorher den Körper an eine ca. einstündige Bewegung gewöhnen. Hierfür können die müden Knochen auch mit etwas Joggen oder Nordic Walking in Bewegung gebracht werden. Es muss auch gar nicht all zu schnell „trainiert“ werden, Hauptsache ist, dass sich der Körper langsam daran gewöhnt, für ca. 1 Stunde in Bewegung zu sein.

Kraft, Ausdauer oder Technik – was ist am wichtigsten und wie arbeite ich daran?

Es kommt ganz darauf an, welche Ziele ich mir für die CTT setzte. Wie schon in Frage eins erläutert, ist die Ausdauer der wichtigste Faktor bei diesem Event. Selbst wenn man ganz langsam unterwegs ist, muss der Körper doch in der Lage sein, eine gewisse Distanz zu absolvieren. Hierfür rate ich regelmäßige Bewegung (Joggen oder Nordic Walking) in ruhigem Tempo.
Die Technik ist natürlich auch ein entscheidendes Element. Wer sich wohl auf den Skiern fühlt und diese einigermaßen beherrscht, wird sich leichter tun, länger mitzulaufen. Aber auch Nichtkönner bietet die CTT die Möglichkeit auf ihre Kosten zu kommen. Selbst die langsamsten werden von Streckenposten begleitet und können „schwierigere Etappen“ durch den Busshuttle auslassen.
Wer sich an die Herausforderung heranwagen möchte, könnte vorher einen Langlaufkurs buchen, um Sicherheit in Sachen Technik zu bekommen. Das wichtigste für alle (sowohl Profis, als auch Anfänger) ist, das Gleichgewicht des Körpers so auf den Skiern zu halten, dass sie bei jedem Schritt lange zum Gleiten kommen.
Das Element Kraft zeigt sich vor allem auf den letzten Kilometern der Strecke. Wenn der Muskel durch intensive Bewegung übersäuert, lässt er sich einfach nicht mehr so gut steuern es gehen einem die „Körner aus“. Hier rate ich, vor allem Übungen der Oberschenkelmuskulatur, Stabilisationsübungen für den ganzen Körper und die altbekannten Liegestützen für die Armmuskulatur.

Welches Material ist für den Erlebnis- und Genusslanglauf essentiell?

Das Schöne an diesem Event ist, dass es relativ egal ist, ob das Material weltcuptauglich ist, oder nicht. Wichtig ist, dass es funktionsfähig ist! Wer kein Material Zuhause hat, kann sich dies in einem Sportgeschäft ausleihen und bekommt automatisch gutes Material an die Hand.

Mit der richtigen Kleidung geht Sport bei jedem Wetter. Doch was ist „richtig“?

Richtig heißt: Nicht zu kalt und nicht zu warm und atmungsaktiv! Meine Messlatte ist, vor dem Start meine Überklamotten (die mich noch schön warm gehalten haben) auszuziehen und leicht fröstelnd an die Startlinie zu gehen. Denn sobald die ersten Meter gemacht sind, und der Körper in Bewegung (und ins Schwitzen) kommt, aklimatisiert er sich automatisch.
Meine Standardbekleidung ist: Lange Funktionsunterwäsche mit Langlaufanzug darüber. Falls es kälter sein sollte kann man zusätzlich die Überhose einfach anlassen und eine Windstopperveste für den Oberkörper anziehen. Mütze oder Stirnband und Handschuhe sind natürlich auch wichtig!

Wie bringt man das Training am besten in seinen Alltag unter?

Da hat glaube ich jeder seinen eigenen Plan. Als Hobbysportlerin mache ich mir keinen Stress mehr „unbedingt“ Sport machen zu müssen. Jedoch ist es mein Ziel, mindestens 3 Ausdauereinheiten pro Woche zu machen. Das heißt Bewegung am Stück für mindestens 30-40 Minuten. Einzelne Kraftelemente wie Liegestützen, Situps oder dergleichen mache ich auch gerne mal zwischendurch wenn´s passt.

Wie vereinbart man sportliches Training und Familie und Freunde am besten?

In dem man gemeinsam viel Unternimmt. Es muss ja nicht immer schnell oder extrem sein. Wichtig ist die Bewegung über einen längeren Zeitraum. Und wenn man dann zwischendurch die Zeit findet, alleine zu trainieren, kann man dort dann auch mal individuellere Einheiten machen oder schnellere Kilometer absolvieren.

Nur wer beweglich ist, kann verletzungsfrei Sport betreiben. Deine Tipps zu Dehnen und Athletiktraining:

Regelmäßig den Körper durchstrecken! Das ist auch wichtig für die Körperhaltung für sich. Des Weiteren empfehle ich, kurze Dehnübungen täglich zu machen, das ist nicht nur für den Sport essentiell, sondern auch für eine gesunde Lebensweise.

Wie kann ich als Anfänger einschätzen, welche Strecke ich mir zumuten kann?

In dem du es einfach ausprobierst! Nachdem du die ersten Male auf Langlaufskiern warst und dich sicher fühlst, kannst du dir vornehmen, so lange zu laufen, bis es „nicht mehr geht“. So bekommst du heraus, wie viel Kilometer du schaffen kannst.

Wie sollte ich mich im Wettkampf idealerweise ernähren?

Dafür sorgen die Verpflegungsstellen! Dort gibt es nur Lebensmittel, die dir auf den weiteren Kilometern wieder Energie geben werden. Außerdem höre ich immer auf mein Gefühl. Wenn ich keine Lust auf etwas habe, braucht das mein Körper auch gerade nicht. Das ist eine einfache Methode, die sich auch in meiner aktiven Zeit immer bewährt hat.

Was machst du, wenn wieder einmal der Schweinehund vor der Tür sitzt?

Der saß bei mir oft vor der Tür! Besiegen kann man ihn nur, wenn man nicht zu lange darüber nachdenkt, sich die Schuhe anzieht und los läuft. Dann kommt die Lust wieder von ganz alleine!