Am vergangenen Wochenende hat Annika Zimmermann bei der Chiemgau Team Trophy 43 Kilometer auf Langlauf Skiern zurückgelegt. Die 28-jährige dürfte dabei wohl die Einzige im über 800 Sportler großen Feld gewesen sein, die erst das zweite Mal auf Langlaufskiern stand. Gerade einen Tag zuvor hatte sie das Skaten gelernt. Eine echte Spitzenleistung, die einiges an Fitness erfordert. Ihr Geheimnis verrät sie nun in ihrem Buch „Fit und fröhlich“. Wir haben ihr zudem einige Fragen gestellt.

Was ist dein wichtigster Tipp für die ideale Work-Life-Balance?

Höre auf dich und dein Bauchgefühl. Lass die anderen äußeren Einflüsse außen vor und konzentriere dich auf das, was dir dein Körper sagt. Er spricht sehr oft mit uns, wir hören nur nicht zu.

Was bedeutet Fitness für dich?

Fit, ist gleich: Für immer tiefenentspannt.
Fitness bringt Struktur in deinen Alltag. Durch Fitness lernst du, dich zu organisieren und zu motivieren, aber auch, dich durchzusetzen und ehrgeizig zu sein. Es ist die Grundlage für ein ausgeglichenes, erfolgreiches Leben.

Was macht dein Konzept besonders?

Es geht um dich. Nicht um mich oder ein Leitbild. Ein Konzept lässt sich, wenn es erfolgreich wirken soll, nicht einfach überstülpen. Du bist einzigartig, und genauso soll auch dein gesunder Lebensstil individuell sein. Ich möchte dich verbessern und das muss auf deinem Weg, und nicht auf einem für dich vorgegebenen Konzept, passieren. Alles, was du dafür brauchst, gebe ich dir an die Hand.

Verlag, einmalig

Was möchtest du mit deinem Buch erreichen?

Mir ist sehr daran gelegen, dass wir mehr auf uns und unser Gleichgewicht achten. Dass wir innerhalb der gestiegenen Erwartungen, Erreichbarkeit und Möglichkeiten trotzdem unseren Rhythmus, unsere Balance (wieder)finden. Dass wir von Grund auf zufrieden mit uns sind, weil wir unseren Alltag mit einem gesunden Lebensstil fit und fröhlich meistern!

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Inzell/Ruhpolding/Reit im Winkl – „Das muss man unbedingt einmal gemacht haben“, sagte eine junge Langläuferin am Ende der 4. Chiemgau Team Trophy. Und mit dieser Meinung stand sie sicher nicht allein, denn es werden immer mehr, die bei dem Genusslanglauf von Inzell über Ruhpolding nach Reit im Winkl dabei sein wollen. 784 Teilnehmer aus 14 Ländern zählte das Feld am Sonntag. 475 finishten noch im Jahr zuvor bei der dritten Auflage.

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Am frühen Vormittag ging es in Inzell los. Das Wetter passte perfekt. Zwar nicht so sonnig, wie im vergangenen Jahr. Aber Temperaturen zunächst um den Gefrierpunkt und trocken. Die Schnee-Sicherheits-Garantie also. Ob klassisch oder Skating –  hochmotiviert setzte sich die Menge nach dem Startschuss in Bewegung. Bald zogen die Sportlerinnen und Sportler wie Kugeln an einer Perlenkette über die bestens präparierte Loipe über Ruhpolding in Richtung Reit im Winkl. An den verschiedenen Schmankerlstation, wo es Kuchen, Milchreis, Knödel oder den eigens vom Ruhpoldinger Kur Café kreierten Müsliriegel „Loipenfutter“, aber auch Stachelbier, Petrusquellen-Schorlen und Tee von Bioteaque gab, bildeten sich große Grüppchen. Wer wollte, jagte die 42 Kilometer durch. Wer es entspannter angehen wollte, pausierte etwas oder nahm den Shuttle-Bus in Anspruch. Eine Zeitnahme gibt es bewusst nicht.  „Am Anfang sind wir schon kritisiert worden, dass wir keine Zeitnahme haben – und jetzt wächst und wächst es und das macht uns schon stolz, dass wir da den Zeitgeist in irgendeiner Weise getroffen haben“, sagt Florian Weindl, Leiter der Tourist-Information von Reit im Winkl.

CHiTT18 - Annika Zimmermann, Georg Holzner  und Andreas Mühlberg [Bild Roland Hindl]Chiemgau-Tourismus-Chef Stephan Semmelmayr stimmte da mit ein: „Wenn mir jemand vor drei, vier Jahren gesagt hätte, dass wir einen Anmelde-Stopp einlegen müssen, weil das Teilnehmerfeld sonst zu groß wird, hätte ich gesagt, das ist unmöglich.“ Das Lächeln, das allen Teilnehmer an allen Punkten der etwa 42 Kilometer langen Strecke ins Gesicht geschrieben stand, sprach allerdings Bände. „Das Wichtige bei uns im Chiemgau ist der Genuss, die Geselligkeit, das Griabige – und das zeichnet die Chiemgau Team Trophy aus“, so Semmelmayr weiter. Ein Konzept, das auch ZDF-Moderatorin Annika Zimmermann überzeugt hatte, obwohl sie zuvor nie auf Skatingskiern gestanden war. Andreas Mühlberg von Sport Dorner in Inzell zeigte ihr am Samstag noch die Grundlagen des Skating, keine 24 Stunden später hatte sie die Gesamtstrecke gemeistert. „Das ist schon sehr gut gemacht: Ich konnte von Schmankerlstation zu Schmankerlstation laufen – und dann ging das schon“, sagte sie sichtlich glücklich im Ziel, das sie auch dank der Unterstützung des Teilnehmers Georg Holzer erreicht hat, der sie das letzte Stück begleitet hatte Auch andere (Sport-)Prominenz war begeistert: „Das ist ein so schönes Event“, sagte Michael Raelert, Triathlon-Europameister auf der Mitteldistanz. „Das war heute wieder top“, stimmte das ehemalige Skilanglauf-Ass Tobias Angerer ein, der ebenso begeistert war wie die beiden Biathlon-Legenden Fritz Fischer und Herbert Fritzenwenger. „Super Bedingungen“, sagte auch der mehrfache Paralympics-Medaillen-Gewinner Gerd Schönfelder. Langlauf-Trainer Hans Reiter sorgte für das meiste Aufsehen: Mit den Skiern, mit denen sein Vater 1952 bei einem Rennen mitgemacht hatte, bewältigte er die 42 Kilometer.

Der bewegendste Moment der Veranstaltung aber war, als das „Dominik und Michi Gedächtnisteam“ im Kollektiv im Stadion in Reit im Winkl eingelaufen kam. Zwei ihrer Freunde waren Anfang des Jahres bei einem Lawinenunglück ums Leben gekommen. „Sie sind mit uns mitgelaufen“, sagte das Team im Ziel.  Sie erhielten später den Team-Preis.

Alle Athleten haben gemeinsam 31.743,5 Kilometer zurückgelegt. Die meisten Teilnehmer brachte das Team Hofbräuhaus Traunstein mit 64 Finishern auf die Strecke. „Nächstes Jahr machen wir einfach so weiter“, gab Schirmherrin Kathrin Lang als Ziel für 2019 aus.

Nichts geht mehr! Seit heute morgen sind alle Startplätze der Chiemgau Team Trophy ausgebucht. Nachmeldungen sind auch vor Ort demnach nicht mehr möglich.
„Wir freuen uns natürlich unglaublich, dass der Genuss-Langlauf so gut angenommen wird und wünschen allen Startern am Sonntag einen wunderbaren Ski-Langlauf-Tag“, sagt Organisator Sven Hindl.

Ausgebucht

Cube, einmalig

„Die Chiemgau Team Trophy ist die perfekte Gelegenheit für ein Teambuilding-Event“, meint Organisator Sven Hindl. Und tatsächlich sah man in den letzten Jahren kleinere und größere Gruppen in Firmen-Teamkleidung auf den Strecken. Eines hatten alle gemeinsam. Der etwas andere Betriebsausflug sah nach viel Spaß aus. „Das besondere an der Chiemgau Team Trophy ist, dass kein Zeitdruck besteht. Man ist zwar aktiv, hat aber Zeit und Puste, sich zu unterhalten, Spaß zu haben, Fotos zu machen, gemeinsam eine Pause einzulegen, oder ein Stück mit dem Shuttle zu überbrücken“, erklärt Hindl.

Im letzten Jahr im noch Team „Syntace & Friends“ unterwegs, waren beispielsweise die Starter der Firma Cube so begeistert, dass sie am 28. Januar mit einer eigenen Mannschaft antreten. Sage und schreibe 48 Team-Mitglieder stehen bereits in der Starterliste. Wir haben uns mit Teamkapitän Sebastian Foerth unterhalten.

Hallo Herr Foerth, 

worauf freuen sie sich besonders, wenn sie an die Chiemgau Team Trophy denken?

Ach da gibt es viele Punkte: Natürlich erstmal aufs Langlaufen in der Natur. Auf top präparierten Loipen, ohne Zeitdruck sein Tempo zu laufen und immer mal wieder an den Verpflegungen und unterwegs auf ein kleines Pläuschchen zu halten, oder doch zu sehen wie fit man ist, und kurz mal Gas zu geben!

Normalerweise ist man bei der Firma Cube eher auf Fahrrädern unterwegs. Wie kamen Sie darauf, sich stattdessen zu einem Langlaufevent zu melden?

CTT-2017-(Wechselszene)-4Naja nur auf Fahrrädern unterwegs stimmt nicht ganz. Natürlich sind wir viel mit dem Rad unterwegs, aber Cube ist ja im Fichtelgebirge beheimatet, und da geht die Langlaufsaison normalerweise von Mitte Dezember bis Mitte März, d.h. wir sind sehr oft im Winter auf den schmalen Brettern zu Trainingszwecken unterwegs. Unser Freund Tom aus dem Chiemgau hat uns dann vor zwei Jahren quasi verhaftet und gemeint: „ So ihr lauft etz da mit!“. Und nach Zwei Jahren bei ihm mit im Team, haben wir uns entschieden, ein eigenes Team zu stellen. Ich persönlich finde das Event ja extrem cool, und habe so versucht möglichst viele Mitarbeiter und Freunde für die Teilnahme zu gewinnen!

Mit 48 gemeldeten Team-Startern gehört das Team Cube & Friends zu einem der größten Teams. Wer findet sich alles in ihrem Team?

Allen voran natürlich Tom, der ja quasi für unsere Teilnahme verantwortlich ist! Dann viele Cube Mitarbeiter, Teamfahrer von uns z.B. Andre Wagenknecht (war Deutscher Meister im Downhill und Enduro auf dem Mountainbike) und viele Freunde. Einige haben jetzt erst für das Event mit dem Langlaufen begonnen!

Teamerlebnis, Schmankerl, tolles Panorama, perfekt präparierte Loipen… was ist ihr Nummer Eins Argument für eine Teilnahme bei der Chiemgau Team Trophy?

Für mich das Teamerlebnis. Ganz klar! Gemeinsam eine doch fordernde Strecke zu bewältigen und sich dann im Ziel abzuklatschen. Da ist man noch stolzer auf seine eigene und die Leistung des ganzen Teams!